In seinem aktuellen Marktbericht hat Clarkson Research die Wachstumsprognose für den Containermarkt auf 11,3 Prozent nach oben korrigiert.
Auch die Charterraten haben sich seit Jahresbeginn erholt. Hintergrund ist die positive Handelsentwicklung insbesondere in Europa und Fernost. Chancen für Anleger bieten derzeit vor allem kleinere Containerschiffe. Der Grund dafür ist einfach: Die Nachfrage übersteigt absehbar das Angebot. Das Feeder-Segment wurde in den letzten Jahren bei den Neubestellungen vernachlässigt – trotz zahlreicher anstehenden Verschrottungen aufgrund des durchschnittlich hohen Alters dieses Segments.
Der Containermarkt überrascht derzeit mit erfreulich positiven Signalen. Ein interessantes Segment für Anleger, die nach Investmentchancen in der Containerfahrt suchen, sind Feederschiffe: „Gerade in den boomenden europäischen und innerasiatischen Verkehren finden sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für kleinere Containerschiffe. Diese fahren auf kürzeren Strecken wirtschaftlicher und sind als Zulieferer für die Containerriesen der Asien- Europa-, Transpazifik- und Transatlantikverkehre unentbehrlich“.
Kaum Feeder in den Orderbüchern
Bei der Ordertätigkeit der letzten Jahre wurde das Feeder-Segment stark vernachlässigt. Beim – sehr hohen – Flottenwachstum der vergangenen Jahre dominierten deutlich mittlere und große Tonnage mit 4000 TEU und mehr. Mit dem MS „Emma Maersk“ wurde im September 2006 gar ein 11.000 TEU Schiff in Dienst gestellt. Und der Trend zu Größe hält ungebrochen an, wie der Blick in die aktuellen Orderbücher per April 2007 zeigt: Laut Clarkson Research wird die Flotte der Vollcontainerschiffe mit mindestens 4000 Stellplätzen bis 2010 um fast 60 Prozent steigen, die der Feedermax-Schiffe mit 500 bis 999 TEU jedoch nur um 22,6 Prozent. Wenzel erläutert: „In absehbarer Zeit wird gerade in den kleineren Größensegmenten die Nachfrage das Angebot übersteigen. In den nächsten Jahren stehen zudem in der Feeder-Flotte aufgrund ihrer Altersstruktur zahlreiche Verschrottungen an, die sich in den Orderbüchern bisher kaum widerspiegeln.“ Ein schneller Ersatz durch kurzfristige Neubestellungen ist dabei aufgrund der bis 2010 hohen Werftenauslastung nicht möglich. Ohnehin ziehen die großen koreanischen und die aufstrebenden chinesischen Werften den Bau größerer Schiffe vor. Denn: „Ein 6000-TEU-Schiff in einem Dock bringt mehr Geld als drei 2000 TEU-Schiffe, die drei Docks blockieren.“
Angebotslücke eröffnet sehr gute Chancen für Feeder-Schiffe
Entsprechend positiv fällt aktuell der Blick auf den Chartermarkt aus. Seit dem Tiefstand am Jahresende 2006 haben sich die Raten deutlich erholt. Von der Erholung seit Jahresbeginn 2007 haben bisher überwiegend größere und neuere Schiffe profitiert. Der geringere Charterratenanstieg in den kleineren Klassen reflektiert jedoch vor allem den Trend, dass sich ältere und langsamere Tonnage weiter mit kürzeren Laufzeiten und geringeren Chartern zufrieden geben muss. Bei einer weiteren Verschärfung der Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ist auch im Feeder-Segment eine signifikante Korrektur der Charterraten nach oben wahrscheinlich. Insbesondere jüngere und modernere Tonnage hat hier extremes Aufwärtspotenzial.
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