Das Jahr 2006 war durch eine Fortsetzung der Konsolidierung des Containermarktes gekennzeichnet, die in 2005 begonnen hatte. Der erste Bericht des neuen Jahres soll daher – wie in anderen Jahren auch schon – dazu genutzt werden, die Entwicklung in 2006 im Rückblick zusammenzufassen und darüber hinaus auch einen Ausblick auf 2007 zu wagen. Nachdem es in der ersten Jahreshälfte über einige Monate noch eine Korrektur des sehr deutlichen Abwärtstrends nach oben gegeben hatte, setzte sich die Abwärtsbewegung ab Mitte des Jahres bis Ende Dezember 2006 fort. Dabei war allerdings bereits zu beobachten, dass die Ratenrückgänge im November und insbesondere im Dezember geringer wurden.
Nachdem 2004 mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 5,3 % das konjunkturell stärkste der vergangenen 30 Jahre war, reduzierte sich das Wirtschaftswachstum in 2005 nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) zunächst auf 4,9 % bevor nach vorläufigen Berechnungen in 2006 wieder 5,1 % Zuwachs erzielt wurden. Entsprechend positiv entwickelte sich auch der internationale Handel, der als wesentlicher Treiber der globalen Containerschifffahrt angesehen werden kann. In der aktuellsten Ausgabe des World Economic Outlook geht der IWF für 2006 von einem Zuwachs des Welthandels von real 9,4 % aus; die OECD setzt im Dezember sogar 9,6 % für den gleichen Zeitraum an. Dieses deutlich überdurchschnittliche Wirtschafts- und Handelswachstum hatte auch positiven Einfluss auf den Containerverkehr. Das ISL beobachtet ein Sample aus rund 55 Häfen weltweit auf monatlicher Basis. Diese Stichprobe stellt zur Zeit mehr als 60 % des globalen Umschlagvolumens dar und legte in den ersten etwa 10 Monaten 2006 im Durchschnitt rund 10 % gegenüber dem gleichen
Vorjahreszeitraum zu. Unter Berücksichtigung der bekannten Verläufe des Umschlagvolumens der einzelnen Häfen in den vergangenen Jahren dürfte das durchschnittliche Jahreswachstum des Containerumschlags bis zum Jahresende bei knapp 11 % gelegen und das Gesamtvolumen weltweit etwa 438 Mio. TEU erreicht haben.
Vorjahreszeitraum zu. Unter Berücksichtigung der bekannten Verläufe des Umschlagvolumens der einzelnen Häfen in den vergangenen Jahren dürfte das durchschnittliche Jahreswachstum des Containerumschlags bis zum Jahresende bei knapp 11 % gelegen und das Gesamtvolumen weltweit etwa 438 Mio. TEU erreicht haben.Gleichzeitig behielt aber das nominale Flottenwachstum sein überdurchschnittliches Wachstumstempo bei. Die Ablieferungen erfolgten gemäß den geplanten Daten und führten in 2006 zu einem Kapazitätszuwachs von über 16 %. Auch im vergangenen Jahr wurde das Kapazitätswachstum der Containerflotte kaum durch die Verschrottung älterer Tonnage gemildert; es wurden insgesamt weniger als 20.000 TEU an Containertonnage verschrottet.
Ausblick 2007
Die Prognosen sehen für 2007 ein weiterhin hohes Wirtschaftswachstum in einer Größenordnung von annähernd 5 % und für die Entwicklung des internationalen Handels, von dem auch der Containerverkehr profitieren dürfte, wird ebenfalls - je nach veröffentlichender Organisation – ein Zuwachs von 7,6 bzw. 7,7 % erwartet, der in 2008 noch höher ausfallen soll. Andererseits sollte man vorsichtigerweise davon ausgehen, dass der Sondereffekt des chinesischen Außenhandels auf den Containerverkehr weiter leicht abnimmt, so dass von einem Containerverkehrswachstum wiederum in der Größenordnung von rund 10 % ausgegangen werden kann. Dem gegenüber steht ein Flottenwachstum bei den Vollcontainerschiffen von zunächst etwa 15 %, das allerdings noch keine Verschrottungspotenziale berücksichtigt. Konsequenz wird ein anhaltender Druck auf die Chartermärkte sein. Dennoch gibt es Faktoren, die die Nachfragelücke und damit die Konsequenzen für den Chartermarkt mildern könnten. Dies sind anziehende Verschrottungen, inzwischen spürbare Staueffekte in einer Reihe größerer Häfen der Welt, deren Kapazitäten mit dem Nachfragewachstum nicht mehr Schritthalten können sowie die Tendenz zu Reduktion der Schiffsgeschwindigkeiten mit dem Ziel der Bunkerkosteneinsparung. Die letzteren beiden Punkte sorgen dafür, dass die dynamische Kapazität weniger stark steigt als die nominale Stellplatzkapazität, da für die gleiche Transportmenge mehr Schiffsraum gebunden wird.
An dieser Stelle kommentiert das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) regelmäßig aktuelle Trends auf den Containerverkehrs- und Chartermärkten und bezieht dabei relevante Informationen aus den Bereichen Wirtschaft und internationaler Handel, Containerverkehr, Flotte, Schiffbau und Ordertätigkeit ein. Als Quellen für die verwendeten Zahlen dienen verschiedene Charterindizes (Howe Robinson, Clarkson und Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V.), internationale Organisationen (OECD, IWF), Flottendaten von Lloyd´s (LR/Fairplay) sowie ISL-eigene Datenbanken.
