Wer sich noch gut an seine Schulzeit erinnern kann, wird mit den Zusammensetzungen C3H8 oder C4H10 noch etwas anfangen können. Allen anderen sei gesagt, dass es sich dabei um die leichten und ungiftigen Gase Propan und Butan handelt, die unter der englischen Bezeichnung Liquefied Petroleum Gas oder kurz LPG zusammengefasst werden. Bekannt sein könnten die Stoffe auch aus dem Urlaub. Campingkocher sind damit bestückt. Aufgrund der vielen positiven Eigenschaften dieser Verbindungen ist der weltweite Bedarf stark gestiegen. Schon die Gewinnung geschieht quasi wie von selbst, werden sie doch als Nebenprodukt bei der Methanförderung und der Raffinierung von Öl erzeugt. Das Gemisch lässt sich sehr leicht verflüssigen, verpacken, transportieren und auch lagern. Hierfür werden beispielsweise keine Zubringerleitungen benötigt.
Geeignet ist LPG als alternativer Energieträger, wie viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten belegen. In Europa ist es der am weitesten verbreitete alternative Automobilkraftstoff. Wie die Europäische Vereinigung für Flüssiggas (AEGPL) berichtet, existieren auf dem "alten Kontinent" rund 17.500 Tankstellen und über vier Millionen Fahrzeuge, allen voran Pkw und Busse. Deutschland weist circa 28.000 Automobile und 4.000 Tankstellen aus. Hervorzuheben ist insbesondere die Umweltverträglichkeit von LPG. Autos, die mit diesem "Kraftstoff" fahren, erzeugen 96 Prozent weniger Stickoxid als Dieselfahrzeuge und 68 Prozent weniger als Benziner. Außerdem wird pro Kilometer 100 bis 1.000 mal weniger Feinstaub freigesetzt als etwa durch Dieselkraftstoff. Gemäß Energiesteuergesetz ist Autogas noch bis zum 31. Dezember 2018 steuerlich begünstigt. Großes Potenzial besteht auch in Landwirtschaft und Industrie. So können Gabelstapler mit Gasbetrieb auch in Innenräumen rangieren, während solche mit Dieselmotoren nur für den Außenbereich geeignet sind. Da das Erdreich keine Schäden befürchten muss, kann LPG auch hervorragend in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Weitere Anwendungsgebiete sind die Wärmeerzeugung in Gewächshäusern und Aufzuchtbetrieben oder die Trocknung von Getreide.
Die Wachstumsaussichten des LPG-Marktes sind sehr gut. Sie hängen im Wesentlichen von den Faktoren Bevölkerungswachstum und Weltwirtschaftswachstum ab. Hinsichtlich des Bevölkerungswachstums rechnet die Organisation Erdöl exportierender Länder mit einem jährlichen Plus von durchschnittlich einem Prozent. Das bedeutet, dass im Jahr 2030 rund 8,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Der Anstieg ist fast allein auf die Entwicklungsländer zurückzuführen (+ 94 Prozent). Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 2050 die Weltbevölkerung 9,2 Milliarden Menschen zählt.
Etwas heikler sind zurzeit die Prognosen hinsichtlich des Weltwirtschaftswachstums. Richtig ist, dass den USA und dem EU-Raum für das laufende Jahr nur sehr geringfügige Wachstumsraten für das Bruttoinlandsprodukt prophezeit werden (stellvertretend für andere: Internationaler Währungsfonds, IWF). Man muss allerdings differenzieren: Entwicklungs- und Schwellenländer werden trotz weltweiter Finanzkrise immer noch ein deutliches Wachstum aufweisen (insbesondere Asien und dort China), auch wenn sich zweistellige Raten nicht mehr realisieren lassen. Beispielsweise für das Jahr 2013 geht der IWF wieder von weltweiten Wachstumsraten in Höhe von 4,7 Prozent aus. Vorgelegt wurden diese Zahlen übrigens im Oktober, als die Krise längst in den Köpfen aller verankert war.
Eine von der AEGPL herangezogene Studie weist für einen Fünfjahrestrend von 2005 bis 2010 einen Anstieg der weltweiten LPG-Nachfrage in Höhe von 17 Prozent aus, von 220 auf 258 Millionen Tonnen. Dabei sollen der Sektor der privaten Haushalte um zwanzig, der Automobilsektor um 16 und der Industriebereich um acht Prozent ansteigen. Die Nachfrage aus dem Chemikaliensektor könnte der Studie zufolge um 19 Prozent, im Raffineriebereich um vier Prozent zulegen.
Begeben wir uns noch einmal kurz zurück auf die Schulbank. Die Verbindung C2H4 steht für Ethylen, englisch Liquefied Ethylene Gas (LEG). Dabei handelt es sich um das wichtigste Gas für die Petrochemie. Daraus werden beispielsweise Polyethylen und PVC entwickelt. Eine Vielzahl von Verbraucher- und Industrieprodukten bestehen aus dieser Verbindung. Zu 75 Prozent fließt Ethylen in die Herstellung von Kunststoffen. Die Nachfrage ist auch hier stark gestiegen.
Logische Folge: Es werden auch zunehmend Transportkapazitäten gebraucht, neue Tankschiffe müssen her. Ocean Shipping Consultants (OSC) geht davon aus, dass der seewärtige Handel mit LPG und Flüssiggasen von durchschnittlich 87 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf durchschnittlich 137 Millionen Tonnen im Jahr 2018 angestiegen sein wird. LPG wird mit einem Anstieg von 57 Millionen Tonnen auf 94 Millionen Tonnen den Löwenanteil für sich beanspruchen Zur weltweiten Flotte liefert der britische Schiffsmakler Drewry aktuelle Zahlen: Mitte 2008 befuhren 1.034 LPG-Gastankschiffe ab einem Volumen von 1.000 Kubikmetern die Weltmeere. 70 Schiffe stammen aus dem Größensegment von 12.000 bis 15.000 Kubikmetern. Die Tendenz geht zurzeit allerdings dahin, auf Einheiten dieser Größenordnung zu setzen. Das hängt vor allen Dingen mit den gestiegenen Transportvolumina und längeren Reiserouten zusammen. Ein weiterer Vorteil wird den Schiffen zugesprochen, die neben LPG auch LEG transportieren können.
Anleger, die in diesen Markt investieren, können sich nicht nur auf langfristig sichere Erträge freuen, sondern haben auch das gute Gefühl, dass sie aktiv die Verbreitung eines alternativen Energieträgers unterstützen.
Hier finden Sie zu unserer aktuellen Empfehlung, dem LPG-Gastanker Hansa Hamburg MT GasChem Nordsee, alle Unterlagen. Bitte kommen Sie bei weiteren Fragen und Zeichnungswünschen gerne auf uns zu.
