Schiffsmarkt: Unsachliche Berichterstattung in der Presse Beteiligungen, Kapitalanlagen

Schiffsmarkt: Unsachliche Berichterstattung in der Presse

02.02.2010
Schiffsmarkt: Unsachliche Berichterstattung in der Presse
Sehr geehrte Anleger und Interessenten,

es verblüfft schon sehr, wenn in letzter Zeit selbst in großen und renommierten Wirtschaftszeitungen das Ende der Welt - in diesem Fall der Schiffswelt - heraufbeschworen wird und Anlegern der kommende Totalverlust Ihres Kapitals suggeriert wird.

Wir möchten Ihnen daher heute unsere Einschätzung der Lage in dieser - zugegeben schwierigen - Zeit geben und die reale Marktsituation aufzeigen. Dabei wollen wir auch kurz Stellung beziehen auf die Autoren dieser Artikel.

"Schiffsfonds gehen unter", "Volle Fahrt in Richtung Totalverlust" und "Massenhaft Anlegern droht der Totalverlust" - so die Headlines verschiedener Artikel, welche in letzter Zeit in der Presse auftauchen. Autoren dieser Artikel sind überwiegend - wie fast erwartet - selbsternannte Anlegerschützer und Anwaltskanzleien.

Vielleicht erraten Sie bereits jetzt schon den Hintergrund dieser Artikel - das Geschäft mit der Angst der Anleger. Anwälte haben derzeit Hochkonjunktur, unabhängig ob es im Einzelfall sinn- oder weniger sinnvoll ist, einen Anwalt zu involvieren. Anleger, welche auf Annoncen sowie persönliche Einladungen zu "kostenlosen" Beratungstagen und -events geantwortet hatten, dort auch anwesend waren berichten uns von Anwälten, welche keine große Ahnung von Schiffsmärkten haben und es ausschließlich um die schnelle Gewinnung als neuen (kostenpflichtigen) Mandanten ging.

Es wird zusätzlich mit der Lehmann-Pleite (Zertifikate-Markt) verglichen und der Schiffsmarkt pauschalisiert - alleine schon diese Tatsachen erlauben die Frage, ob sich die Autoren tatsächlich mit dem Schiffsmarkt beschäftigt haben oder nur möglichst medienwirksam auftreten.

Angst war schon immer der falsche Ratgeber, besonders dann, wenn Marktgegebenheiten falsch wiedergegeben und pauschalisiert werden. Der Schiffsmarkt ist nüchtern betrachtet die Basis des weltweiten Warenaustausches und keine spekulative Blase, welche nun (bedingt durch undurchsichtige Geschäfte und Praktiken) platzt. Die im Schiffsmarkt (Container, Tanker, Massengutfrachter, etc.) involvierten Geschäftspartner und Firmen stellen zig-tausende von Arbeitsplätzen und sorgen dafür, dass wir unser Leben so führen können, wie wir es gewohnt sind - mit all den Annehmlichkeiten.

Der Containerschiffsmarkt erlebt seit Herbst 2008 einen in dieser Größenordnung nicht vorstellbaren Einbruch, bedingt durch den weltweiten Handelszusammenbruch. Dieser Einbruch war bedingt durch die nicht mehr zur Verfügung stehenden Handelsfinanzierungen, die üblicherweise durch Banken zur Verfügung gestellt werden (und wurden) sowie durch die Tatsache, dass die allgemeine Verunsicherung und Angst zur kompletten Zurückstellung aller Investitionen der Industrie führte. Wir sind der Meinung, dass dies bereits mehr als ausführlich in den Medien diskutiert wurde.

Mit dem Einbruch der Handelsnachfrage fielen natürlich auch die Charterraten in einem bisher unbekannten Maß - eine Tatsache, die in der Regel diese Schiffe traf, welche kurz vor Verlängerung einer Festcharter standen bzw. zu diesem Zeitpunkt ohne Beschäftigung waren. Weltweit liegen derzeit rund 500 Containerschiffe (bei einer Gesamtanzahl von rund 5000) auf, d.h. ca. 10%. Hinzu kommt, dass aufgrund der Bestell- und Ablieferungszeiten die Neubauten, bestellt in den Jahren 2007/2008, mit dazu auf den Markt kommen und den (derzeitigen) Angebotsüberhang weiter erhöhen. Hier muss allerdings nach Schiffsgrößen unterschieden werden, es gibt markante Unterschiede zwischen den einzelnen Schiffsklassen.

Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels

Aufgrund der gesunkenen Charterraten können derzeit gerade ältere Schiffe nicht mehr profitabel betrieben werden - gerade im Containerschiffs-Segment bis zu 3000 TEU (Containerstellplätze) war das Jahr 2009 geprägt von der größten Abwrack-Tonnage (Außerdienst-Stellung) der letzten Jahrzehnte. Für 2010 wird dieser Trend weiter erwartet. Außerdem konnten die internen Fremdfinanzierungen der Schiffe oftmals zu etwas günstigeren Konditionen weiterverlängert werden, was neben den günstigeren Schiffsbetriebskosten (u.a. Energiekosten) zu einer Entlastung auf der Kostenseite führte. Durch die Drosselung der weltweiten Schiffsgeschwindigkeiten konnten ebenfalls mehr Schiffe weiterhin eingesetzt werden, um den noch vorhandenen Warenstrom zu bewältigen.

Seit Herbst 2009 hat sich der Fall der Charterraten verlangsamt und eine gewissen Stabilisierung (auf niedrigem Niveau) wird festgestellt. Auf manchen Routen können bereits wieder (auf Basis der niedrigen Basiswerte) nennenswerte Ratenerhöhungen durchgesetzt werden. Gerade junge und effiziente Schiffe werden nach unserer Einschätzung die schwierige Lage überstehen und mittel- bis langfristig wieder attraktive Erträge einfahren. Dies erfordert aber - im Einzelfall - eine Überbrückungsfinanzierung seitens der Bank sowie der Anleger, bis ein auskömmliches Ratenniveau erreicht ist.

Tanker, Massengutfrachter und MPC (Multi-Purpose-Carrier)

Die vorgenannten Märkte reagierten nicht annähernd auf die weltweite Krise wie die Containerschifffahrt. Auch hier muss jeder einzelne Markt individuell betrachtet werden. Öl- und Produktentanker mussten ebenfalls sinkende Charterraten hinnehmen, haben sich allerdings im Verlaufe des Jahres 2009 und auch Anfang 2010 auf ein auskömmliches Niveau wieder erholt. Die Massengutfrachter verzeichneten innerhalb kürzester Zeit Anfang 2009 einen großen Charterraten-Einbruch, von welchem sich der Markt auch schnell wieder erholte und teilweise überaus erfreuliche Raten im Verlaufe des vergangenen Jahres gemeldet wurden. Aufgrund des relativen kleinen Marktes der MPC-Schiffe werden keine regelmäßigen Aufzeichnungen gemeldet, hier hatte der Markt aber auch keine allzu großen Einbrüche zu verzeichnen. Die letzten Abschlüsse sind für alle Teilnehmer zufriedenstellend.

Unser Marktfazit:

Der Containermarkt wird auch noch in 2010 zu kämpfen haben und sich erst sukzessive 2011 weiter entspannen. Hier ist es wichtig, jeden einzelnen Fonds separat zu beleuchten und ggfs. Zwischenfinanzierungskonzepte mit den finanzierenden Partnerbanken auszuarbeiten. Die Treuhandgesellschaften sind in diese Fälle involviert.

Der Tanker- und Massengutfrachtermarkt hat sich aus einer schnellen Schockwelle heraus relativ gut entwickelt und zeigt nicht annähernd die Probleme des Containerschiffsmarktes.

Unser Fazit zu den Medien (an einem Beispiel):

Der Verleihung des "Saure-Gurke-Award" an das Handelsblatt (inbegriffen dem u.a. dort genannten Herrn Hahn - Hamburger Rechtsanwalt und einer der nach eigenen Aussagen führenden deutschen Anlegerschützer) aufgrund eines großen erschienenen Artikels vom 08. Dezember 2009, in welchem vielfältigste  - nennen wir es diskussionsfähige und pauschalisierte - Aussagen über den Zustand der Schiffsmärkte sowie der Auswirkung auf Privatanleger wiedergegeben werden, verdeutlicht die (teils) unprofessionelle Berichterstattung in den Medien/Presse. Der "Saure-Gurke-Award" wird vergeben für die schlechteste recherchierte Berichterstattung" in einem Jahr.

In unserem Artikel verweisen wir sowohl auf einen aktuellen Artikel des merkur-online als auch auf eine Stellungnahme dazu von Fondsmedia, einem neutralen und renommierten Analyseinstitut mit dem Fokus auf geschlossene Fonds.

Wir stehen unseren Anlegern jederzeit gerne für einen intensiven Austausch zur Verfügung, bitte kommen Sie gerne auf uns zu!


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