Seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 erlebt der Markt für Frachtraten das erste Mal einen länger anhaltenden Aufschwung. Seit vorletzter Woche stieg der Baltic Dry Index, das weltweite Maß für Frachtraten von Massengutfrachtern, wieder deutlich an. Der Index erreichte am Mittwoch, dem 11. Februar 2009, 2.055 Punkte und damit den höchsten Stand seit Mitte Oktober. Er stieg um mehr als 50 % innerhalb der letzten zwei Wochen.
Das ist der deutlichste Anstieg seit dem Jahr 2007, was die Hoffnung nährt, dass das Ratental überwunden ist. Ein Caper mit etwa 171.000 tdw wurde für mehrere Trips auf der Strecke von Brasilien nach China laut THB vom 13. Februar 2009 für die stolze Rate von 59.000 US-Dollar am Tag verchartert. Auch wenn Abschlüsse in dieser Höhe noch Einzelfälle sein mögen, sind um die 30.000 US-Dollar im Caper-Segment doch wieder üblich. Längerfristige Vereinbarungen in dieser Höhe deuten darauf hin, dass am Markt auch zukünftig wieder ein höheres Ratenniveau zu erwarten ist.
Die entscheidende Rolle spielt dabei China, hier liegt die Initialzündung für die Ratenerholung. Der Grund sind insbesondere die heruntergefahrenen Lagerbestände an Eisenerz. Marius Kloppers, CEO BHP Billiton, sagte dazu am 4. Februar: "Man beginnt wieder den grundlegenden Bedarf der chinesischen Wirtschaft zu erkennen. Der Abbau der Vorräte in der chinesischen Stahlindustrie scheint fast vollständig zu sein und die Leute kommen wieder auf den Markt, um zu kaufen." BHP Billiton ist der drittgrößte Eisenerzlieferant weltweit.
