Wiesbaden – Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die deutschen Exporte das erste Mal seit Beginn der globalen Finanzkrise wieder gestiegen. Demnach legten die Ausfuhren im Juni im Vergleich zum Vormonat um 7 Prozent zu, das ist der stärkste Anstieg seit fast drei Jahren. Aber auch die Einfuhren haben deutlich zugelegt, sie stiegen um 6,8% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat. Auch Experten zeigten sich von dem kräftigen Anstieg überrascht. Gemeinsam mit Japan ist Deutschland die exportabhängigste der westlichen Industrienationen. Mit dem Anspringen der Weltwirtschaft scheint nun auch der Exportmotor wieder in Fahrt zu kommen. Steigende Auftragseingänge und die Zunahme der Industrieproduktion um knapp 5% im Juni sind weitere Signale für ein Ende der Rezession.
Auch das deutsche Bruttosozialprodukt hat sich im zweiten Quartal 2009 deutlich besser entwickelt, als Konjunkturexperten erwartet hatten. Die deutsche Wirtschaft legte von April bis Juni um 0,3% zu und scheint damit gemeinsam mit Frankreich am schnellsten wieder in den Wachstumsbereich zurückzukehren. Im Nachbarland stieg das BSP ebenfalls um 0,3%, während in England, Spanien und Italien weiter negative Zahlen verzeichnet wurden. Laut Ifo-Institut ist Deutschland „nicht durch eine binnenwirtschaftliche Krise in die Rezession gerutscht“ und werde daher schneller als andere Länder auf den Wachstumspfad zurückkehren.
Nach den überraschend guten Wachstumszahlen für das zweite Quartal wächst die Zahl der Konjunkturoptimisten. Wirtschaftsforscher haben ihre Erwartungen für das dritte und vierte Quartal nach oben korrigiert. Aufgrund der steigenden Auftragseingänge und Bauinvestitionen wird für die zweite Jahreshälfte ein Plus von 1,0 bis 1,5% prognostiziert. Zudem gehen immer mehr Experten davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen nicht so stark steigen wird wie noch vor Wochen befürchtet. Das Münchner Ifo-Institut erwartet weniger als 4,5 Millionen Erwerbslose in diesem Jahr.
